Betriebsbesichtigung 2019

Jedes Jahr besuchen wir, die Lernenden aus dem RAU Lehrbetriebsverbund, verschiedene Betriebe. Dieses Jahr fand die Betriebsbesichtigung am 15. Mai 2019 in der Tonhalle Maag statt.

Als erstes wurden uns einige Fakten über die Tonhalle genannt. Da die „originale“ Tonhalle zurzeit renoviert wird, waren wir im Provisorium. Bis 1996 wurden in den Werkhallen Zahnräder durch die Maag-Zahnräder AG gefertigt. U.a. war hier früher auch der Club Härterei zu Hause. Im Jahr 2017 wurde dann die Tonhalle Maag eröffnet. Die Planung für das Provisorium dauerte zweieinhalb Jahre, für den Umbau der Tonhalle sind rund vier Jahre geplant.

Für das Provisorium wurde ein Holzsaal in einer Werkhalle konstruiert. Der Konzertsaal ist aus drei Schichten Fichtenholz gefertigt. Dies ist ein eher günstigeres Material, aber für die Akustik ideal geeignet. Man kann den Saal auch als eine Art Instrument sehen. Er wurde mit besonderen Features entworfen. Keine Wand ist parallel, so kann das Holz den Schall zurückwerfen, spezielle Deckenpanel unterstützen dies noch.Tonhalle aus dem Steuerraum

Aufgrund der räumlichen Gegebenheiten braucht es im Konzertsaal ein besonderes Lautsprechsystem.

Das Gebäude ist nur teilweise denkmalgeschützt. Einige Gebäudeteile sind architektonische Besonderheiten. Es ist noch offen, ob die provisorische Tonhalle nach Nutzungsende weiter bestehen bleibt. Es gibt auch Pläne, einen Teil der Halle für einen Strassenneubau und Wohnüberbauungen zu opfern.

Neben dem Konzertsaal gibt es weitere Räumlichkeiten, wie Technik- und Lüftungsräume, einen Klangsaal, die Orchesterbibliothek, den Instrumentensaal und Büros. Im multifunktionalen „Vorraum“ sind Überbleibsel der vorherigen Nutzungen, wie der grosse Club-Spiegel oder der funktionsfähige Industrie-Kran, integriert.

Bei einem Brand wäre genug Zeit, alle Personen in Sicherheit zu bringen, da die Wände im Saal u.a. speziell mit Brandverzögerern behandelt sind.

Der Steuerraum befindet sich hinter der Bühne. Man hat ein kleines Fenster eingebaut, damit man hören und sehen kann, was auf der Bühne passiert, aber das wird nicht mehr benötigt. Beim Eingang zur Bühne hat es ein kleines Licht. Dies leuchtet rot, wenn die Musiker noch nicht auf die Bühne dürfen und grün wenn sie dürfen. In der Bühne gibt es drei Lifte, um die Instrumente einfacher auf die Bühne zu transportieren.

Im Saal gibt es am Boden viele kleine Löcher, diese sind für die Lüftung. An der Saaldecke wird die Luft wieder abgesogen. Der Lüftungsraum im Untergeschoss ist für den Saal, das Foyer und die Garage. Die Saaltemperatur sollte konstant bei 20°C liegen und die Luftfeuchtigkeit bei 45%, dies ist u.a. wichtig wegen der Instrumente.

Die Musiker haben Konzerte teilweise auch in anderen Städten oder Ländern, daher werden die Instrumente in speziellen Containern transportiert.

Alle Noten der Musiker werden in der Bibliothek aufbewahrt. Aus rechtlichen Gründen gibt es keine Kopien dieser Noten, somit sind hier nur Originale zu finden.

Die Musiker sind fix angestellt, so hat jeder sein eigenes Fach in der Bibliothek. Drei Mitarbeitende bereiten u.a. die Noten vor, welche die Musiker benötigen. Diese können dann die Kartonmappen nehmen, für das Stück üben und die Mappe wieder in ihrem Fach versorgen. Es gibt auch einige Stücke, da braucht man nicht alle Musiker, in diesem Fall bleibt das Fach der Musiker frei.

Am Tag unserer Betriebsbesichtigung fand die Generalprobe mit dem Dirigenten David Zinman statt. Es waren Gönner eingeladen, um diese Probe mitzuerleben. Verschiedene Personen und Unternehmen unterstützen die Tonhalle finanziell. Als Dankeschön dürfen diese Gönner einmal im Monat an einer Generalprobe teilnehmen.

Am Schluss haben wir eine kleine Diskussionsrunde gestartet. Wir wurden gefragt, welche Musik wir mögen und wo wir diese am liebsten hören. Die meisten von uns Lernenden hören eher modernere und neuere Musik. Diese Wandfinden wir auf unseren Handys ganz leicht. Die Zeiten ändern sich und die jungen Leute gehen nicht mehr so viel die Musik an einem Ort wie der Tonhalle hören. Jedoch besuchen wir immer wieder Konzerte, Clubs oder auch Openairs. Da wird die aktuellste Musik abgespielt und wir können die Musik zusammen mit Freunden anhören. Viele haben auch kleine Bluetooth Lautsprecher und können die eigene Musik im Freien oder auch Zuhause hören.

Die Betriebsbesichtigung war meiner Meinung nach interessant. Uns wurde eine Musikart näher gebracht, die uns in der Freizeit eher weniger bekannt ist. Teilweise fand ich es kompliziert zu verstehen was denn die Mitarbeiter der Tonhalle versuchten, uns zu erklären. Beispielsweise kenne ich mich nicht sehr gut mit Technik aus. Der Techniker hat sehr viele Fachbegriffe verwendet, so war es eher schwierig zu verstehen, was gemeint wurde. Trotzdem hatten wir einen spannenden aber auch lustigen Tag.

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