Die Sprache ist der Schlüssel!

Am 29. Januar 2018 haben Lucas Siebels, Laura Quebe, Ann-Kathrin Schnieder und Valerie Welkener – die vier Auszubildenden der TOP-Service für Lingualtechnik GmbH – bei ihrem Besuch des 3M Standorts Hilden ein Interview mit dem Flüchtlingspraktikanten Hayder Adnan Handhal geführt. Hayder ist Teilnehmer des Integration-Fonds Hilden (IFH), der u.a. auf Initiative der Stiftung des Rotary Clubs Hilden-Haan 2015 ins Leben gerufen wurde. Dieser setzt sich für eine nachhaltige Integration von Flüchtlingen in den regionalen Arbeitsmarkt ein. Begeistert von diesem Projekt haben sich die Hildener Meister Henrik Schroeter und Norbert Heck-Palmer als Paten für die Flüchtlingspraktikanten gemeldet und den Praktikanten während ihrer Anwesenheit am Standort Hilden sehr engagiert mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Hayder ist 38 Jahre alt, hat in seiner Heimat, dem Irak, Architektur studiert und bereits einige Jahre als Architekt und Bauingenieur gearbeitet und lebt nun seit zwei Jahren in Deutschland. Was er an seinem Leben in Deutschland so schätzt und warum die Sprache so wichtig ist – lest selbst. Wir haben ihn für Euch interviewt.

Azubis: Wie hast du dich in Deutschland eingelebt?

Hayder: Ich habe mich in Deutschland gut eingelebt und fühle mich hier sehr wohl. Ich bin zwar Moslem, aber mir ist es wichtig, die Kultur, Denkweise und Geschichte Deutschlands noch besser kennenzu-lernen. Deshalb gehe ich regelmäßig mit einigen Leuten in die Kirche und lese sehr viel über die deutsche Geschichte.

Azubis: Wie gefällt dir das Essen in Deutschland?

Hayder: Mir ist schon aufgefallen, dass in Deutschland zu fast jedem Gericht Kartoffeln gegessen werden. Auch meine Lehrer in der Sprachschule mögen Kartoffeln sehr gerne, mir schmecken sie aber gar nicht (lacht). Ansonsten mag ich das Essen in Deutschland sehr gerne.

Azubis: Wie hast du die deutsche Sprache gelernt? Fällt es dir schwer Deutsch zu sprechen?

Hayder: Im Januar 2016 habe ich angefangen in einer Sprachschule Deutsch zu lernen. Ich lerne dort, Deutsch zu schreiben, zu lesen, zu verstehen und zu sprechen.  Im Juli 2017 habe ich meine B1*1-Prüfung erfolgreich abgeschlossen. Momentan bereite ich mich auf meine B2*1-Prüfung vor, welche im Februar 2018 stattfinden wird. Im Vergleich zu meiner Muttersprache Arabisch und meinen englischen Grundkenntnissen ist die deutsche Grammatik und Satzstellung sehr schwer.

Azubis: Wie bist du auf die Praktikumsstelle bei 3M aufmerksam geworden? Kanntest du 3M schon vor deinem Praktikum?

Hayder: In meinem Sprachkurs habe ich erfahren, dass es die Möglichkeit gibt, verschiedene Praktika zu absolvieren. Diese Chance habe ich genutzt und im Oktober 2017 mein erstes Praktikum bei Edeka gemacht. Dort habe ich leider keine Gelegenheit bekommen, mit Leuten in Kontakt zu treten und meine Sprachkenntnisse auszubauen. Danach wurde ich bei meinem Sprachkurs auf die Praktikumsstelle bei 3M aufmerksam gemacht. Bei einem Gespräch und einem kleinen Betriebsrundgang hat mir 3M direkt zugesagt. Davor hatte ich aber von 3M noch nichts gehört.

Azubis: In welchem Bereich bist du eingesetzt? Was sind deine Aufgaben während des Praktikums?

Hayder: Ich unterstütze momentan in der Produktion beim Verpacken. Ich arbeite dort mit drei Kolleginnen zusammen, die bereits viel Erfahrung haben und mir alles beibringen können. Ich lerne jeden Tag etwas Neues dazu.

Hayder Adnan Handhal mit seiner Kollegin Roswitha Jäger an seinem Arbeitsplatz
Hayder Adnan Handhal mit seinen Kolleginnen: Komelia Makarzak, Elisabeth Wilengowski, Roswitha Jäger, Hildegard Irmiescu

Azubis: Wie gefällt dir dein Praktikum bisher? Welche Eindrücke und Erfahrungen konntest du bereits sammeln?

Hayder: Ich habe bei meinem Praktikum ein sehr gutes Gefühl. Die Leute sind sehr nett und hilfsbereit und unterhalten sich viel mit mir, was mir hilft, meine Sprachkenntnisse auszubauen. Ich knüpfe viele Kontakte und lerne das deutsche Arbeitsleben kennen. Außerdem habe ich festgestellt, dass die Deutschen sehr ordentlich und pünktlich sind (lacht).

Azubis: Welche Pläne hast du nach deinem Praktikum bei 3M?

Hayder: Zuerst möchte ich mein Sprachniveau in Deutsch auf C1*1 verbessern. Unter anderem möchte ich in Zukunft gerne noch ein Praktikum oder einen Minijob im Bereich der Architektur machen. Ich habe dafür bereits Kontakt zu einer Firma in Köln aufgenommen. Zudem würde ich gerne einen Masterabschluss an einer deutschen Universität machen. Zunächst muss ich jedoch weitere Kontakte knüpfen und meine Sprachkenntnisse verbessern, da man als Architekt sehr gute Sprechkenntnisse benötigt. Sollte ich jedoch keine Arbeit als Architekt finden, kann ich mir auch sehr gut vorstellen weiter bei 3M zu arbeiten.

Azubis: Fühlst du dich bei 3M und in Deutschland gut aufgenommen?

Hayder:  Ich schätze an 3M, dass jeder, unabhängig von seiner Herkunft, als Mensch gesehen wird. Alle gehen respektvoll miteinander um, nehmen sich Zeit füreinander und sind sehr höflich. Ich glaube das spiegelt auch die Einstellung der Menschen in ganz Deutschland wieder. Ich fühle mich sehr gut aufgenommen.

Azubis: Gibt es etwas, was du den Menschen bei 3M sagen möchtest?

 

Hayder: Mir gefällt eure Art miteinander umzugehen. Ihr seid sehr hilfsbereit und könnt Probleme untereinander lösen. Mir ist hier noch kein Ärger oder Unverständnis entgegengekommen.

Azubis: Vielen Dank für das interessante Gespräch und alles Gute für deine Zukunft.

v.l.n.r: Laura Quebe, Valerie Welkener, Hayder Adnan Handhal, Ann-Kathrin Schnieder und Lucas Siebels nach ihrem Interview am 3M Standort Hilden

*1: Die Niveaustufen A1 bis C2 beschreiben, was ein Sprachenlerner auf einem bestimmten Sprachniveau können sollte.

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